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Warum 1984 eigentlich 2007 heißen müsste

… das kann man in einem Anfang Januar erschienen Artikel der Zeit nachlesen. Demnach herrschen in Großbritannien — wenn auch nicht ganz überraschend — Zustände, die an Orwells bekanntem Roman erinnern.

Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen ist ja an sich nichts mehr so ungewöhnliches. Wenn man dann aber plötzlich über einen Lautsprecher angesprochen wird, weil man Müll auf die Straße wirft, lässt das einen doch aufhorchen. Genauso wie Überachungssysteme in (Grund-)Schulen bis in die Toilettenvorräume hinein, Eltern die Anhand der Handys ihrer Kinder diese bis auf 50 Meter genau orten können oder Sozialämter, die Achtjährige auf als potentielle Straftäter einstufen.

Der Artikel ist recht lang, was für mich als Spiegel Online-Leser etwas ungewohnt ist :) , zeigt jedoch, wie ein Staat sich mit Billigung seiner Bürger nicht nur zum Überwachungsstaat wandelt, sondern bereits gewandelt hat.

Als Begründung für die Überwachung dient der Schutz vor Kriminalität und asozialem Verhalten — Erinnerungen an den Geschichtsunterricht werden wach.

Da bin ich froh, nicht in Großbritannien zu leben. Sicherlich, wenn ich meine Brieftasche verliere, wird man mir vielleicht sagen können, wo das genau war und wer sie eingesteckt hat. Aber wenn ich mich hier in Deutschland auf offener Straße am Hintern kratze, besteht wenigsten eine recht große Chance, dass nur der Passant hinter mir sich wundert.