Killerspiele, Medien und Schulverbote
Sicherlich herrscht in der Öffentlichkeit eine andere Auffassung davon, was sogenannte Killerspiele sind und warum diese verboten werden sollten als bei denjenigen, die Spiele spielen, die als solche stigmatisiert werden. Das es in einigen Berichterstattungen der Medien zu dem Thema nicht immer um die objektive Darstellung von Fakten geht dürfte nicht neu sein (trifft ja nicht nur auf diese Thematik zu). Interessant ist dann aber doch, was dabei alles verdreht werden kann:
YouTube Video Killerspiele in ARD, ZDF und WDR
Zu dem Video ist allerdings anzumerken, dass zwischen Verbot, Altersfreigaben und Indizierung unterschieden werden muss. Der Ausschluss des Verkaufs an Jugendliche durch die Altersfreigabe ist dabei das geringste und sicherlich am wenigsten wirksame Mittel. Durch eine Indizierung wird zusätzlich aber auch die Werbung für die indizierten Medien beschränkt und diese dürfen im Laden nicht für Kinder und Jugendliche frei zugänglich sein. Ein generelles Verbot dagegen wäre schließlich ein viel weitergehendes Mittel. Denn je nach Ausgestaltung könnte dass auch die Pönalisierung des Erwerbs, Besitzes, des Vertriebes oder der Herstellung von Killerspielen bedeuten.
Jedoch: Es wird allgemein verkannt, dass ein solches Verbot ja bereits besteht und § 131 StGB Schutz vor der verherrlichenden Darstellung grausamer Gewaltdarstellungen bietet. Ich schließe mich gern unserer Justizmisterin an: Es fehlte einem (neue) Verbot am strafrechtlichen Mehrwert.
Hintergrund der ganzen Debatte ist ja immer wieder der Umgang von Jugendlichen mit der virtuellen Welt und der vermeintlichen Übertragung derer Ideale und Verhaltensweisen in die reale, am meisten auffallend, wenn sie losziehen, um in ihrer Schule Amok zu laufen. Wäre es da nicht genauso sinnvoll, wie der Ruf nach dem Ultimativen Killerspielverbot, die Schulen zu verbieten? Den potentiellen Tätern einfach den Boden des Tatorts unter den Füßen wegziehen? Das ließe sich doch auch viel wirkungsvoller kontrollieren als der Download von hierzulande verbotenen Spielen von ausländischen Servern. Überhaupt fiele die ganze Problematik mit Gewalt an Schulen, Drogen auf dem Schulhof, Nazi-CD-Verteilung, überforderte Lehrer etc. weg.
Weitere Infos: Gesprächstherapeuten fordern Spielverbote

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