Schmidt und Pocher
Gestern Abend hatten Harald Schmidt und Oliver Pocher ihren ersten gemeinsamen Auftritt bei der ARD — und er war gar nicht mal so schlecht, wie ich ihn erwartet hatte.
Zwischen Pocher und Schmidt liegen ja eigentlich Welten. Der ein erfahrener Unterhalter und Zyniker, der eine Sendung auch schweigend moderieren kann, und trotzdem unterhält. Der andere dagegen ein Jungspund, der aufpassen muss, dass er seine Witze zu Ende erzählt, ohne vorher schon zu lachen. Als verbindendes Element zwischen den beiden hatte ich bislang nur die Werbung für die eine Marke einer großen Elektrohandelskette gesehen. So sitzen sie nun aber beide am selben Schreibtisch, der an die Tische von Nachrichtensendungen erinnert. Der Meister und sein neuer Zögling.
Trotz der Widersprüchlichkeiten war die Sendung ganz gut, da Schmidt in gewohnter Manier durch die Sendung führte und Pocher sich mit seinen sonst üblichen Zoten, die schnell unterhalb der Gürtellinie enden, zurückhielt. Dagegen konnte er zeigen, wie Olli den Kahn macht.
Als Gast gab es einen, der Schmidt schonmal bei einer letzten Show das Wasser reichte: Günter Jauch. Der einstige Nachfolger in Spe für Sabine Christiansen. Pochers Kommentar dazu: Es sei doch so einfach zur ARD zu kommen. Ja, ein wenig verwunderlich ist das schon, das da nun Pocher exklusiv bei der ARD sitzt, aber dass es bei jemanden wie Jauch nicht geklappt hat. Als die drei hinüber zum Gästesofa gingen war das ja auch ein Sinnbild für sich: Die beiden wahrlich großen gestanden Fernsehgrößen mit Brille und dann der kleine Pocher, der Nachwuchs hintenan.
Wieder mit dabei ist nun auch Helmut Zerlett, dessen Band ja nach den Shows bei Sat.1 ohne ihn auskam. So nimmt die Band rein optisch allerdings auch wieder mehr Platz ein: Ich frage mich wie man dort vorher ohne die Masse an Keyboards und ähnlichen Tasteninstrumenten auskam, die da nun aufgebaut sind (könnten auch Orgeln sein). Wirkt jedenfalls sehr voluminös.
Ich bin gespannt, auf die nächsten Sendungen. Wenn Pocher nun vielleicht langsam erwachsener wird, könnte das doch eine interessante Mischung sein, vor allem, wenn Schmidt mal wieder die Langeweile überkommt.
Angenehm ist immerhin, dass die Sendezeit nun 60 Minuten beträgt und die einzelne Sendung immerhin so nun sogar länger ist als damals bei Sat.1. Genug Raum, einmal die Zeit ab 1930 mit Playmobilfiguren nachzustellen.

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